Frauenquote: Umstrittene Regelung

An ihr scheiden sich die Geister: Die einen bejubeln die Frauenquote als wichtige Maßnahme zur vollständigen Integration von Frauen in der Berufswelt und als Schritt zur Durchbrechung der gläsernen Decke. Die anderen beschimpfen die Maßnahme als diskriminierend, unnötig und albern.
Doch was steck genau hinter der Frauenquote? Die Regelung sieht vor, dass in den Aufsichtsräten großer, börsennotierter Firmen eine bestimmte Anzahl von Frauen vertreten sein muss. Konkret geht es um eine Quote von 30%.

Hintergrund der Frauenquote ist die Förderung der Geschlechtergleichheit und Chancengleichheit von Frauen und Männern. Oft gelingt es Frauen trotz angemessener Qualifikation nicht, in die Führungsetagen von großen Unternehmen zu kommen. Diese sind noch immer zum Großteil Männerdomäne.

Das sind die Argumente für die Frauenquote…

Zu allererst betonen die Befürworter der Frauenquote den Gerechtigkeitsaspekt, der mit der Verordnung verbunden ist. Frauen können nun einfacher in die leitenden Positionen von DAX-Unternehmen gelangen und dort ihr volles Potenzial unter Beweis stellen.

Weiterhin ist der akute Fachkräftemangel in der Wirtschaft ein starkes Argument dafür, dass mehr Frauen in Führungspositionen besetzt werden. Auch die Wirtschaftsleistung und Rentabilität der Unternehmen steige mit zunehmendem Frauenanteil. Das zeigt zum Beispiel die Einführung der Frauenquote in Norwegen. Darüber hinaus tue die Frauenquote dem Betriebsklima gut und bringe frische Ideen und neue Ansätze ins Unternehmen.

…und das spricht dagegen

Kritiker der Frauenquote sind der Meinung, dass eine solche staatliche Verordnung das falsche Instrument sein, um Frauen in Führungspositionen zu katapultieren. Die Leistungsfähigkeit und Qualifikation der Bewerber müsse entscheidend für die Besetzung einer Stelle sein und nicht das Geschlecht. Auch wird die Einmischung des Staates in wirtschaftliche Angelegenheiten kritisiert.

Hinzu kommt, dass die Frauenquote den Respekt vor weiblichen Führungskräften mindern könnte, da stets der Verdacht unterschwellig mitschwingt, dass es sich nur um eine „Quotenfrau“ handelt. Zudem könne gar nicht als gesichert gelten, dass Frauen überhaupt in so großer Zahl Ambitionen hätten, die anstrengenden Positionen zu bekleiden und nicht lieber für die Familie da sein möchten. Und selbst wenn: Welche Frau würde gerne wegen einer Quote eingestellt werden?

Unruhe wird noch lange bestehen bleiben

Das Für und Wider der Frauenquote wird wohl noch länger für Unruhe sorgen. In jedem Fall stellt die Quote aber ein wichtiges Signal dar, das vielleicht zu einem Umdenken bei Personalchefs und Verantwortlichen führt und Frauen als kompetente und hochqualifizierte Arbeitskräfte in den Fokus rückt.

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