Frauen in der Existenzgründung

Die Anzahl der erwerbstätigen Frauen steigt weiter an, die der sich in Führungspositionen befindlichen Frauen stagniert allerdings. Es gibt immer noch zu wenig weibliche Unternehmer und Gründerinnen. Wie aus mehreren durchgeführten Studien von Universitäten, Instituten und der Agentur für Arbeit hervorgeht, unterschätzen Frauen ihre Fähigkeiten als Gründerinnen sehr. Des Weiteren lassen sich Frauen zu sehr von unterschiedlichen Blockaden, beispielsweise eine ungenügende Unterstützung von Seiten der Familie, hindern.

Andere Gründe bestehen darin, dass eventuelle Gründerinnen Bedenken haben, wenn sie ihre häuslichen Aufgaben aus der Hand geben müssen. Oft fehlt es möglichen Gründerinnen auch an der Bereitschaft, das notwendige Risiko einzugehen. Zahlreichen Gründen gegen die Existenzgründung stehen Chancen und Ziele wie zum Beispiel Kontrolle, Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit gegenüber. Diese sorgen wieder dafür, dass viele Frauen letztlich doch den Schritt wagen und eine Existenzgründung in Angriff nehmen. Gründerinnen verfügen über positive Fähigkeiten wie beispielsweise ein besonderes Planungs- und Organisationstalent. Von Frauen gegründete Unternehmen haben nicht selten bessere Überlebenschancen als die von Männern ins Leben gerufene.

Existenzgründung – Frauenanteil immer noch gering

 

Eine Studie des Instituts für Management und Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Solothurn, kurz FHSO, hat gezeigt, dass der Anteil der Gründerinnen aller im Handelsregister vermerkten Unternehmens im Jahre 2004 bei 16 Prozent lag. Mit 33 Prozent schlug der Anteil selbstständiger Frauen zu Buche. Während 2008 noch 41 Prozent Gründerinnen waren, gab es im Jahr 2009 nur noch 38 Prozent an Existenzgründungen von Frauen. Dies machte eine Analyse des aktuellen KfW-Gründungsmonitors sichtbar.

Eine Vielzahl an Initiativen für Gründerinnen setzen nun genau an jener Stelle an, damit der Anteil der Existenzgründung von Frauen gesteigert werden kann. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf die speziellen Interessen und Bedürfnisse der Gründerinnen. Es wird ein umfassendes Informationsangebot zur Unterstützung von Gründerinnen erbracht. Darüber hinaus werden zahlreiche Fachvorträge und Workshops organisiert.

Nachfolgend werden Ihnen einige Initiativen vorgestellt, welche das Gründerverhalten von Frauen auf positive Weise beeinflussen möchten.
Die bundesweite Gründerinnenagentur (bga) stellt für Gründerinnen Richtungsweisen für den Schritt in die Existenzgründung bereit. Außerdem berät sie mit fachlich fundiertem Wissen über alle bestehenden Möglichkeiten der Vernetzung aller Gründerinnen untereinander. Dabei sieht sich die bga als Ansprechpartnerin für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Sie fasst Kontakte zu Beratungseinrichtungen, Netzwerken und Fachleuten in ganz Deutschland zusammen. Im Jahre 2009 erhielt die bga für ihre erfolgreiche Arbeit von der Europäischen Kommission eine Auszeichnung als europäisches Erfolgsmodell. Das Ziel der bundesweiten Gründerinnenagentur ist, eine Zunahme des Anteils an Gründerinnen zu erreichen.

Existenzgründung -Netzwerke

Der Verband Deutscher Unternehmerinnen (VdU) stellt aktuelle Informationen aus dem Wirtschaftsleben von Gründerinnen zur Verfügung. Der VdU gründete sich schon 1954 und schloss sich damit einem Netzwerk französischer Unternehmerinnen an. Weibliche Existenzgründer ziehen ihren Nutzen aus einer jahrelangen Erfahrung des Verbandes, der seinen Hauptsitz in Berlin hat. Dank des Mitgliederportals bleiben sämtliche Gründerinnen stets in Kontakt. Zu den Zielen des Verbandes zählen die Information von Gründerinnen, der Ausbau des bestehenden Netzwerkes sowie die Planung von bundesweiten Veranstaltungen zur Existenzgründung. Auch im internationalen Bereich erfahren die Mitglieder des VdU während ihrer Auslandsaktivitäten zahlreiche Unterstützungen. Zudem setzt sich der VdU für die Gleichberechtigung in Wirtschaft und Politik ein.

Das Netzwerk Business and Professional Women (BPW) Germany bietet Leistungen wie ein persönlicher Austausch, Mentoring der politisch-gesellschaftlichen Lobbyarbeit, organisiert Tagungen und Vorträge. Der BPW Germany arbeitet eng zusammen mit den Bereichen der Politik, Medien, Wirtschaft und unterstützt seine Partner in sämtlichen anfallenden Fragen betreffend der Chancengleichheit und der Verantwortung des Unternehmens. In ganz Deutschland existieren 42 BPW-Clubs in nahezu allen größeren Städten wie beispielsweise Aachen, Berlin, Essen, Köln. Damit haben Gründerinnen die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten kurz zu schließen sowie Kontakte zu anderen Mitgliedern aus der weiteren Umgebung herzustellen und zu pflegen.

Existenzgründung – Lobbyarbeit von und für Frauen

Die Mitglieder des Deutschen Gründerinnen Forum e. V. (DGF) ziehen einen besonderen Nutzen von der Lobbyarbeit der Initiative, welche Gründerinnen auf dem gesamtdeutschen Gebiet miteinander verbindet. Das Forum sieht seine Ziele insbesondere in der Beratung von Gründerinnen, die an eine Existenzgründung denken sowie darin, fachliche Kompetenzen zu bündeln, von denen sämtliche Teilnehmerinnen profitieren können. Schritt für Schritt trägt das Netzwerk mit Fortbildungen, Informationsveranstaltungen sowie unterschiedlichen Projekten zur Unterstützung der Gründerinnen bei.

Bildquellenangabe: Cornelia Menichelli / pixelio.de