Banken und das Ende der Wucherzinsen

Über viele Jahren ging das Spiel bei den Wucherzinsen. Verbraucherbehörden warnten schon lange. Die Politik hat sich dem Problem erst spät angenommen. Doch nun könnte das Ende der Wucherzinsen drohen. Eine Problematik, die viele Bankkunden bei der Inanspruchnahme der Dispolimits kennen. Wer überzieht, muss in vielen Fällen richtige Wucherzinsen bezahlen. 14, 15 manchmal auch mehr. Die Branche fängt nun an, langsam zu reagieren. Immerhin ist die Politik alarmiert und das neue Regierungsbündnis will auf mehr Soziales setzen. Also Zeit für die Banken, das Schlimmste zu verhindern.

Wucherzinsen – Die Banken

Einige Banken haben eingelenkt und die Überziehungszinsen bei der Dispoüberziehung gesenkt. Dennoch verlangen, gemäß der Verbraucherbehörden, immer noch zu viele Institute Wucherzinsen. Dabei sind die verlangten Konditionen aktuell mit dem Gesetz konform. So kennt das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zwar auch den Wucher, doch dieser beginnt erst bei deutlich höheren Zinsen (folgt man den unterschiedlichsten Gerichtsurteilen).

Teuer wird es aber erst, wenn das gewährte Dispolimit auch noch überzogen wird. Dabei muss dann zwischen einem sogenannten erlaubten Minus (Dispo) und einem geduldeten Minus (Überziehung) unterschieden werden. Für beide Punkte werden sehr unterschiedliche Zinssätze berechnet. Geht es nach den Verbraucherbehörden, sind das allesamt Wucherzinsen. Der Zinssatz für den Dispo liegt durchschnittlich bei 10 Prozent. Spitzen lassen sich bei 14 – 15 Prozent finden. Auf der Agenda der Politik stehen die vermeintlichen Wucherzinsen schon lange. Es könnte sich also durchaus Bewegung abzeichnen. Ob das allerdings im Interesse der Verbraucher liegt, bleibt abzuwarten.

Dispo ohne große Prüfung
So dürfen wir keinesfalls vergessen, dass ein Dispo ohne große Prüfung eingerichtet wird. Für ein solch großes Vertrauen ohne große Kontrolle ist ein höherer Zinssatz in der Regel angemessen. Kann man dann von Wucherzinsen sprechen?

Wer nun fordert, die Zinsen deutlich in diesem Bereich zu verringern, geht auch die Gefahr ein, dass Banken künftig höhere Maßstäbe an einen Dispo setzen könnten. Das wäre wohl insgesamt ein großer Rückschritt und kaum im Interesse der Verbraucher.

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